Kann ein Gedanke eine Sünde sein?

Kann ein Gedanke eine Sünde sein?

Manche sagen, Gedanken seien keine Sünden, solange man sie nicht in die Tat umsetzt, aber ich bin mir da nicht so sicher. Natürlich ist es nicht viel wert, was ich oder jemand anderes über Gedanken denkt, also schauen wir mal, was Jesus dazu sagt.

In Matthäus 5,21–22 sagt unser Herr:

Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: … Du sollst nicht töten; und wer tötet, der wird dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Wer seinem Bruder ohne Grund zürnt, der wird dem Gericht verfallen sein.

Ich glaube nicht, dass er jemanden wie diesen tatsächlich als Mörder bezeichnete, sondern er sprach darüber, wie wichtig es ist, wütende Gedanken zu haben und sie ungehindert zuzulassen.

Springen wir nun zu Vers 27:

„Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist … Du sollst nicht ehebrechen; ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, um sie zu begehren, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.“

Hier sagt uns der Herr, dass Sünde nicht immer eine Handlung ist, sondern eine Haltung. Es sind Gedanken.

In der Bergpredigt sprach unser Herr viel länger über die Haltung des Stolzes und der Arroganz sowie über sündige Gedanken als über die tatsächlichen Taten, denn jede sündige Tat hat ihren Ursprung in einem Gedanken im Geist. Wenn wir also die Sünde ausmerzen wollen, müssen wir damit beginnen, den Herrn zu bitten, unseren Geist und unsere Gedanken dem Heiligen Geist gefangen zu nehmen. Dort hat jede Sünde ihren Ursprung.

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