Müssen wir nicht dem Gesetz „tot“ sein, wenn wir wirklich für Gott leben wollen?
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Die erste Frage, die man sich zu diesem Vers stellen muss, lautet: Wer soll sterben? Ein flüchtiger Blick auf diese Stelle lässt manche glauben, dass das Gesetz Gottes sterben soll. Aber sagt der Apostel Paulus wirklich, wir sollten die Zehn Gebote beiseite werfen? Nicht das Gesetz muss sterben, sondern wir selbst müssen sterben. Natürlich spricht er nicht von einem physischen Tod, sondern von einem geistlichen Tod.
Die Art und Weise, wie Paulus „starb“, war „durch das Gesetz“. Er erklärt: „Durch die Werke des Gesetzes wird kein Mensch vor ihm gerechtfertigt werden, denn durch das Gesetz kommt die Erkenntnis der Sünde“ (Römer 3,20). Als Paulus „starb“, wandte er sich Jesus zu. „Denn was dem Gesetz unmöglich war, weil es durch das Fleisch geschwächt war, das tat Gott, indem er seinen eigenen Sohn in der Gestalt des sündigen Fleisches sandte, um der Sünde willen: Er verurteilte die Sünde im Fleisch“ (Römer 8,3).
Als die Sünde in Paulus’ Leben noch lebendig war und er zum Gesetz kam, zeigte es ihm seine Not. Paulus tat Buße und starb seinem Egoismus. Durch den Glauben an Christus konnte er nun für Gott leben. Die Verurteilung durch das Gesetz war verschwunden; es konnte nicht länger auf die Sünde in seinem Leben hinweisen, die durch das Blut Jesu weggenommen worden war.
Die klarste Erklärung dieses Prozesses findet sich in Römer 6: „Da wir wissen, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt wurde, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, damit wir nicht mehr Sklaven der Sünde seien. Denn wer gestorben ist, der ist von der Sünde befreit. Wenn wir nun mit Christus gestorben sind, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden. … Denn der Tod, den er starb, starb er ein für alle Mal für die Sünde; das Leben aber, das er lebt, lebt er für Gott. So sollt auch ihr euch als tot für die Sünde betrachten, aber als lebendig für Gott in Christus Jesus, unserem Herrn“ (Römer 6,6–8.10.11).