Kulturelle Christen: Können sie Amerika retten?

Kulturelle Christen: Können sie Amerika retten?

Fülle die Lücke aus: „Vater unser im Himmel, __________________ sei dein Name.“

Als diese Frage kürzlich in der Quizshow Jeopardy! gestellt wurde, standen die drei ansonsten klugen Kandidaten schweigend da, bis der Moderator antwortete: „geheiligt.“

Wie konnten sie den ersten Satz des meistzitierten Gebets im Christentum nicht kennen? Laut Scott Reeder, einem Autor der Illinois Times, deutet das Schweigen dieser Kandidaten darauf hin, dass „unsere Gesellschaft in Glaubensfragen zunehmend unwissend wird“. Somit „verlieren wir den gemeinsamen Bezugspunkt, den die Bibel unserer Kultur gegeben hat“.


Was Atheisten früher wussten

Nachdem er von der Kontroverse um die Quizshow gelesen hatte, kontaktierte Reeder einen Highschool-Freund, der 1988 bei Jeopardy! mitgemacht hatte. „Ich hätte die Antwort gewusst, weil ich sie in Filmen und Büchern gehört hätte“, sagte Reeders Freund. „Es war Teil des jüdisch-christlichen Erbes unserer Kultur.“

Unsere Gesellschaft wird in Glaubensfragen immer unwissender.

Vor einigen Jahren interviewte Reeder eine außerordentliche Professorin für Rechtswissenschaften an der University of Illinois-Springfield. Die Professorin erzählte, dass in einer ihrer Vorlesungen zum Thema Recht und Gesellschaft kein einziger Student wusste, wer Pontius Pilatus war. Zu dieser Zeit unterrichtete sie anhand von Roscoe Pounds Werk „What Is Law“, in dem Pound die Frage „Was ist Wahrheit?“ erörtert. Das war natürlich die Frage, die Pilatus Jesus stellte, bevor dieser gekreuzigt wurde.

In den Tagen der amerikanischen Gründung hätte jeder gebildete Atheist gewusst, dass die Olive Branch Petition – ein Dokument, das an König Georg III. gesandt wurde, um einen Krieg mit Großbritannien zu vermeiden – eine Anspielung auf die Taube Noahs war, die mit „einem frisch gepflückten Olivenzweig“ zurückkehrte (Genesis 8,11). Und als Abraham Lincoln, der einen Bürgerkrieg vermeiden wollte, vor einer Versammlung die Worte sprach: „Ein Haus, das mit sich selbst uneins ist, kann nicht bestehen“, hätte jeder Anwesende gewusst, dass er Jesus zitierte (Matthäus 12,25).

„Könnte ein amerikanischer Politiker heute eine biblische Anspielung verwenden und von allen verstanden werden? Wahrscheinlich nicht“, so Reeder. Die Bibel ist nicht mehr „ein gemeinsamer kultureller Bezugspunkt“.


Eine verstümmelte Bibel

Ein gemeinsames Wissen über die Heilige Schrift macht eine Nation jedoch nicht zwangsläufig christlich. Viele, die die Unabhängigkeitserklärung unterzeichneten, waren Deisten. Sie glaubten, dass Gott nicht in seine Schöpfung eingreift, sondern sie ihren eigenen, ihr innewohnenden Gesetzen überlässt. Folglich gibt es keine Wunder. Es gibt keine Auferstehung.

Ein eklatantes Beispiel für diesen Glauben unter unseren Gründervätern ist Thomas Jeffersons Werk „Das Leben und die Moral Jesu von Nazareth“, auch bekannt als „Die Jefferson-Bibel“. Mit einem Taschenmesser nahm Jefferson die vier Evangelien unter die Lupe, schnitt sie zurecht und fügte sie zu seiner eigenen Version zusammen, „befreit von jeglichem Anzeichen des Wundersamen oder Übernatürlichen“. Es beginnt mit einer Schilderung der Geburt Jesu ohne Engel oder Prophezeiungen und endet mit den Worten: „Dort legten sie Jesus nieder, wälzten einen großen Stein vor den Eingang des Grabes und gingen fort.“

Anlässlich des diesjährigen Unabhängigkeitstags veröffentlichte Fox News Digital einen Artikel über Jeffersons Werk, das „… 1820 nach 15 Jahren Arbeit vollendet“ wurde. Sein Ziel war es, wie er John Adams erklärte, „den erhabensten und gütigsten Moralkodex zusammenzustellen, der den Menschen je angeboten wurde“. Ein Professor für Kirchengeschichte erklärte gegenüber Fox News Digital, dass Jefferson, obwohl er die Göttlichkeit und Auferstehung Christi leugnete, „glaubte, Jesus sei ein moralischer menschlicher Lehrer … der größte Lehrer aller Zeiten“.

Unser dritter Präsident hat vielleicht nicht bedacht, dass ein großer moralischer Lehrer niemals behaupten würde, etwas zu sein, was er nicht ist – wie der Sohn Gottes (Johannes 19,7).


Das Taschenmesser des Teufels

„Der Teufel kann die Heilige Schrift für seine Zwecke zitieren“, sagte eine Figur in einem von Shakespeares Stücken. Das sollte jedem klar sein, der Matthäus 4 gelesen hat. Bei der zweiten Versuchung Jesu stellt der Teufel ihn auf die Zinne des Tempels in Jerusalem und sagt: „Wenn du der Sohn Gottes bist, so stürze dich hinab. Denn es steht geschrieben: ‚Er wird seinen Engeln deinetwegen Befehl geben‘, und: ‚Auf ihren Händen werden sie dich tragen, damit du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt‘“ (V. 6).

Hier nimmt der Teufel ein Taschenmesser zur Hand und schneidet aus Psalm 91,11 den Satz „um dich auf all deinen Wegen zu bewahren“ heraus – auf allen Wegen des Gehorsams, wohlgemerkt. Vers 1 liefert zudem den Kontext, denn nur „wer im Schutz des Höchsten wohnt, bleibt sicher“ (AMP). Wer würde erwarten, sicher zu sein, wenn er während einer Belagerung eine ummauerte Stadt verlässt? Ebenso kann Gott uns nicht vor dem Bösen schützen, wenn wir die Grenzen seines heiligen Gesetzes überschreiten.

Nachdem die „Jeopardy!“-Kandidaten von der Frage zum Vaterunser verwirrt waren, brodelte es auf Twitter mit Kommentaren über den Zustand unseres Landes, das „zurück zur Bibel“ müsse. Jemand twitterte: „Wie können diese ‚Jeopardy!‘-Nerds diese Antwort nicht wissen? Haben sie noch nie Iron Maiden gehört?“ Doch ein solcher Tweet verschleiert das eigentliche Problem. Wenn der Teufel Psalm 91 zitieren kann, warum kann dann eine Heavy-Metal-Band nicht den Song „Hallowed Be Thy Name“ schreiben? Nein, der gelegentliche Verweis auf die Bibel in der Popkultur eines Landes ist kein Beweis für die Bekehrung dieses Landes. So wie es zu Shakespeares Zeiten war, so war es auch in den 1980er Jahren.

Wenn Gott uns rät, sein Wort in unseren Herzen zu verbergen (Psalm 119,11), spricht er nicht von bloßem intellektuellem Auswendiglernen. Im hebräischen Original bedeutet das Verb „verbergen“ „hüten“, und das Substantiv „Herz“ umfasst neben dem Verstand auch die Gefühle und den Willen. Nur wenn wir Gottes Gebote mit der aufrichtigen Absicht auswendig lernen, sie zu befolgen, können sie uns davon abhalten, gegen Ihn zu sündigen.

Es gibt eine Zeit, um über die biblische Unwissenheit einer Nation zu trauern – aber nicht, ohne zuvor über die Kirchgänger zu trauern, die das Taschenmesser des Teufels benutzen, um einen falschen Weg oder eine schlechte Gewohnheit zu rechtfertigen. Wenn wir es versäumen, Gottes „kostbare Verheißungen“ zu verinnerlichen, durch die wir „Teilhaber der göttlichen Natur [werden] und [der] Verderbnis entfliehen, die durch die Begierden in der Welt herrscht“ (2. Petrus 1,4), leugnen wir die „göttliche Kraft“ unseres Herrn (V. 3).

Ist es nicht genau das, was Deisten tun?

Um mehr über die Religion der Aufklärung zu erfahren, siehe Pastor Dougs Vortrag„Jesus, Versorger und Erhalter“.

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