Bestraft Gott Menschen für die Sünden ihrer Vorfahren?

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Meint Gott hier wirklich: „Ich werde die Kinder, Enkel und Urenkel eines Menschen mit einem Fluch belasten“? Nein. Der Herr erläutert hier ein Lebensprinzip. Eltern neigen dazu, ihre negativen Verhaltensweisen an ihre Kinder weiterzugeben. Und diesen Effekt lässt sich in der Regel über drei oder vier Generationen hinweg nachverfolgen.

Der Herr bürdet deinen Kindern deine Sünde nicht willkürlich auf. Die Bibel sagt ganz klar: „Der Sohn ist nicht für die Sünden des Vaters verantwortlich, und der Vater ist nicht für die Sünden des Sohnes verantwortlich. Die Gerechtigkeit der Gerechten wird auf ihnen ruhen. Die Bosheit der Gottlosen wird auf ihnen ruhen“ (Hesekiel 18,20). An anderer Stelle heißt es in der Bibel: „‚Selbst wenn Noah, Daniel und Hiob darin wären, so wahr ich lebe‘, spricht Gott, der Herr, ‚würden sie weder Sohn noch Tochter retten; sie würden nur sich selbst durch ihre Gerechtigkeit retten‘ “ (Hesekiel 14,20). Gott belohnt oder bestraft Nachkommen nicht aufgrund dessen, was die Eltern tun. Was Er in dieser Stelle sagt, ist, dass die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass die Kinder dem Beispiel ihrer Eltern folgen werden. Und wenn dies geschieht, werden sie ähnliche Konsequenzen tragen.

Ein tragisches Beispiel dafür ist die Spaltung des Königreichs Israel. Jerobeam und die Kinder Israels im Norden hörten auf, im Tempel Gottes zu beten. Durch sein Vorbild begannen seine Kinder, zu Götzen zu beten, und dann begannen seine Enkelkinder, zu Götzen zu beten, und so weiter – sie hielten vier Generationen lang durch, dann wurden sie vernichtet. Ähnliches geschah in Israel immer wieder. Nicht, weil Gott sie verflucht hätte, sondern weil es für uns als Eltern wichtig ist, gute Vorbilder zu sein. Das ist es, was Gott uns hier in 2. Mose 20 vor Augen führt.