Lehrt Johannes 9,31, dass Gott Sünder nicht erhört?

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Der Kontext dieses Verses ergibt sich aus der Geschichte, in der Jesus einen von Geburt an blinden Mann heilt. Zu Beginn der Erzählung fragen die Jünger Jesus: „Rabbi, wer hat gesündigt, dieser Mann oder seine Eltern, dass er blind geboren wurde?“ (Johannes 9,2). Die Antwort, die Christus gibt, hilft uns, Gottes Sichtweise auf Sünder und Sünde zu verstehen. „Jesus antwortete: ‚Weder dieser Mann noch seine Eltern haben gesündigt, sondern damit die Werke Gottes an ihm offenbar werden‘“ (V. 3).

Nachdem Christus den Blinden geheilt hatte, bekamen die Pharisäer Wind von dem Vorfall und befragten den Geheilten. Seine Antwort sorgte für Uneinigkeit. Eine Gruppe sagte über Jesus: „Wie kann ein Sünder solche Zeichen tun?“ (V. 16). Die Aussage des Geheilten in Johannes 9,31 stimmt tatsächlich mit der Aussage dieser Pharisäer überein. Sie konnten seiner Argumentation nichts entgegensetzen. Gott erhörte Jesus, den Mann ohne Sünde, und der Blinde wurde geheilt.

Bedeutet dieser Vers also, dass Gott den Hilferuf eines Sünders niemals erhört? Natürlich nicht; es gibt zu viele Geschichten und Bibelverse, die zeigen, wie sündige Menschen zu Gott um Hilfe rufen und der Herr sie erhört. Die klassische Geschichte eines Sünders, der zu Gott ruft und erhört wird, findet sich in Jesu Gleichnis vom Pharisäer und dem Zöllner. Beachten Sie das Gebet des Zöllners: „Der Zöllner stand weit entfernt und wagte nicht einmal, seine Augen zum Himmel zu erheben, sondern schlug sich an die Brust und sprach: ‚Gott, sei mir Sünder gnädig!‘“ (Lukas 18,13). Jesus sagt daraufhin: „Ich sage euch: Dieser Mann ging gerechtfertigt in sein Haus zurück“ (V. 14).

Es liegt nicht an einem Versagen Gottes, Sünder zu erhören, sondern an der Zurückhaltung der Sünder, sich dem Herrn um Hilfe zuzuwenden. David sagte einmal: „Wenn ich Unrecht in meinem Herzen hege, wird der Herr mich nicht erhören“ (Psalm 66,18). Sünder, die sich beharrlich von Gott abwenden, werden nicht erhört, weil sie gar nicht zu ihm rufen.