Was meint Paulus, wenn er von „außerhalb des Leibes“ und „in den dritten Himmel entrückt“ spricht?

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Dieser Text wurde zur Untermauerung der Lehre von der unsterblichen Seele herangezogen, hat damit jedoch überhaupt nichts zu tun. Praktisch alle Ausleger sind sich einig, dass der Apostel Paulus hier seine eigene Erfahrung beschrieb, da er im Zusammenhang mit seinen eigenen Offenbarungen sprach (V. 1).

Er befürchtete, man könnte meinen, er würde sich mit seinen Visionen brüsten oder prahlen. Wahrscheinlich aus diesem Grund schrieb er die Erfahrung einem ihm bekannten Mann zu. Paulus’ Seele verließ seinen Körper nicht; wäre dies der Fall gewesen, wäre er tot gewesen, und nirgendwo macht er auch nur die geringste Andeutung auf seinen Tod oder seine Auferstehung.

Paulus spricht hier auch von „Visionen“ und „Offenbarungen“. Er war nicht verwirrt darüber, ob er gestorben war oder nicht; er war lediglich unsicher, wie er in dieser Vision das Paradies sehen konnte. Obwohl es so schien, als sei sein Körper in den Himmel entrückt worden, hielt er es für möglich, dass er nur in einer Vision dorthin versetzt worden war.

Er gesteht, dass er nicht weiß, was tatsächlich geschah. Die körperlichen Eindrücke ließen es so erscheinen, als sei er sozusagen „außerhalb des Körpers“. Ebenso schrieb er an die Gemeinde in Kolossä: „Denn obwohl ich leiblich abwesend bin, bin ich doch im Geist bei euch“ (Kolosser 2,5). Niemand interpretiert dies so, dass eine unsterbliche Seele den Körper des Paulus verlassen hätte, um bei seinen Freunden zu sein.

Tatsache ist, dass nur Gott die Natur dieses geistlichen Besuchs im Paradies kennt. Wir tun also gut daran, keine Lehre auf diesen Text zu stützen. Was Paulus „rühmen“ wollte, war nicht diese ungewöhnliche Erfahrung, sondern das Leiden für Jesus Christus (V. 5).