War es nicht zu hart, jemanden wegen eines Sabbatverstoßes zu steinigen?

Daily Devotional Audio

Auf den ersten Blick scheint diese Geschichte zu erzählen, dass eine ansonsten unschuldige Person zufällig an einem schönen Sabbatnachmittag spazieren ging, ein paar Zweige aufhob und für diese einfache Handlung zu Tode gesteinigt wurde.

Wenn wir jedoch die Heilige Schrift sorgfältig studieren, erkennen wir, dass Gott bereits deutlich gemacht hatte, dass ein direkter Verstoß gegen den Sabbat mit dem Tod bestraft werden sollte. „Sechs Tage soll man arbeiten, aber der siebte Tag soll für euch ein heiliger Tag sein, ein Sabbat der Ruhe für den Herrn. Wer an diesem Tag irgendeine Arbeit verrichtet, soll mit dem Tod bestraft werden“ (2. Mose 35,2).

Der Kontext dieses Ereignisses ist, dass es unmittelbar auf Gottes Anweisungen bezüglich der Anmaßung folgt. Das Wörterbuch definiert Anmaßung als „etwas ohne Erlaubnis oder klare Rechtfertigung unternehmen, es wagen“. Gott sprach: „Wer etwas vermessen tut … der bringt Schande über den Herrn … er soll aus der Mitte des Volkes ausgerottet werden. Denn er hat das Wort des Herrn verachtet und sein Gebot gebrochen“ (4. Mose 15,30.31).

Dieser Mann kannte Gottes Gebot ganz offensichtlich und hat dennoch trotzig das Gesetz gebrochen. Er rebellierte klar und offen gegen Gottes Anweisung und gab damit ein gefährliches Beispiel für Ungehorsam, das sofort unterbunden werden musste. Unter der Theokratie Israels herrschte Gott direkt über das Volk. Da der Herr die Herzen aller kannte, ordnete er die sofortige Bestrafung für eklatante Akte des Ungehorsams an.

Manche glauben, dass, wenn Sabbatbrecher im Alten Testament gesteinigt wurden, der Sabbat heute nicht mehr gelten könne, da die Steinigung wegen Sabbatbruchs nicht mehr praktiziert wird. Man beachte jedoch, dass nicht nur Sabbatbrecher gesteinigt wurden, sondern auch Ehebrecher (3. Mose 20,10) und Gotteslästerer (3. Mose 24,16). Niemand ist der Ansicht, dass diese Sünden heute weniger schlimm sind, nur weil sie nicht mehr mit dem Tod bestraft werden.