Da die Sünden des Volkes Gottes am Versöhnungstag auf den Sündenbock übertragen wurden, macht ihn das dann nicht auch zu unserem Sündenträger?
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Am jährlichen Versöhnungstag im alten Israel war der Hohepriester angewiesen, zwei Ziegenböcke vor den Herrn zu bringen und über sie das Los zu werfen. Der eine wurde für den Herrn bestimmt, der andere als „Sündenbock“. (Das hebräische Wort azazel bedeutet „weggeschickte Ziege“.) Die Ziege des Herrn wurde als Opfer dargebracht; der Sündenbock wurde nicht geopfert, sondern weggeführt. Nachdem der Priester Sühne für das Volk geleistet hatte, bekannte er alle Sünden über dem Sündenbock, der dann in die Wüste geführt wurde, um dort zu sterben.
Manche haben versucht, diesen Sündenbock als Symbol für Christus zu deuten, da Er „die Sünde vieler trug“ (Jesaja 53,12). Es ist sicherlich wahr, dass Jesus unsere Sünden trug, aber der Kontext von 3. Mose 16 und andere Passagen zeigen, dass dies auf den Sündenbock nicht zutreffen kann. Während Christus für unsere Sünden geopfert wurde, wurde der Sündenbock nicht geopfert, sondern stattdessen weggeführt. Der hebräische Ausdruck „die Sünde tragen“ wird in 3. Mose 16,22 genauer mit „die Sünde wegbringen“ übersetzt. Diese Ziege trägt nicht stellvertretend die Sünde des Volkes, sondern bringt sie lediglich in die Wüste.
Der Sündenbock steht eigentlich für Satan. Der Teufel „trägt“ unsere Sünden in keiner Weise oder bezahlt dafür. Die Ziege des Herrn, die am Versöhnungstag geopfert wurde, steht für Jesus, der unsere Sünden auf sich genommen und dafür bezahlt hat. Satan wird (wie alle anderen Sünder auch – siehe Offenbarung 20,12–15) für seine eigenen Sünden bestraft werden, wozu die Verantwortung für (1) die Existenz der Sünde, (2) seine eigenen bösen Taten und (3) die Verführung jedes Menschen auf der Erde zur Sünde gehört.
Gott wird ihn eindeutig für das Böse zur Rechenschaft ziehen. Das ist es, was die Symbolik der Übertragung der Sünde auf den Sündenbock (Satan) am Versöhnungstag vermitteln soll. Indem er das Universum von der Sünde reinigt, wird der Herr schließlich die größte Strafe über denjenigen verhängen, der die Sünde in ein vollkommenes Universum eingeführt hat.