Heißt es in der Bibel nicht, dass das Gesetz unvollkommen ist?
Read Time: 2 min

Stell dir vor, du bittest einen Jungen aus der Nachbarschaft, deinen gesamten Rasen zu mähen, während du im Urlaub bist. Er willigt ein, und du sagst: „Ich bezahle dich, wenn ich zurück bin.“ Später, als du vor deinem Haus vorfährst, stellst du fest, dass der Rasen vor dem Haus schön gemäht aussieht. Doch als Sie in den Hinterhof treten, sieht dieser aus wie ein verwildertes Heufeld! Als der Junge vorbeikommt, um bezahlt zu werden, weisen Sie ihn auf den Hinterhof hin. Sein schuldbewusster Blick verrät Ihnen, dass er es besser wusste, aber Sie zahlen ihm die Hälfte des vereinbarten Betrags und schicken ihn weg.
Stellen Sie sich nun vor, Sie fahren ein Jahr später in den Urlaub. Sie rufen denselben Jungen an, um Ihren Rasen zu mähen. Als er vorbeikommt, treffen Sie eine weitere Vereinbarung und betonen, dass er den gesamten Rasen mähen soll. Er stimmt zu und erledigt diesmal die Arbeit vollständig. Wenn du diese beiden Szenarien betrachtest, würdest du dann zu dem Schluss kommen, dass die erste Vereinbarung fehlerhaft war? Nein. Der Junge hat seinen Teil der Abmachung nicht erfüllt. Das Problem lag nicht bei deiner Vereinbarung, sondern bei dem Jungen.
Gottes ursprünglicher Bund mit Israel war gut. Auch wenn das Wort „neu“ in Bezug auf einen zweiten Bund verwendet wird, bedeutet das nicht, dass der erste ein Problem hatte. Das Problem lag nicht bei Gottes Bund oder Gesetz; das Problem lag beim Volk. Es wandte sich schließlich Götzen zu und verließ den Herrn.
Im Hebräerbrief heißt es, dass das Volk schuldhaft war, nicht der Bund. Paulus erklärt dies, wenn er schreibt: „Was das Gesetz nicht vermochte, weil es durch das Fleisch geschwächt war, das tat Gott, indem er seinen eigenen Sohn in der Gestalt sündigen Fleisches sandte, um der Sünde willen: Er hat die Sünde im Fleisch verurteilt, damit die gerechte Forderung des Gesetzes in uns erfüllt werde, die wir nicht nach dem Fleisch, sondern nach dem Geist leben“ (Römer 8,3–4). Das Gesetz ist vollkommen. Das Problem liegt bei den fehlbaren Menschen, die sich dafür entscheiden, nach dem Fleisch statt nach dem Geist zu leben.